Marketing & Werbung, Unternehmen, Wirtschaft

Quo vadis „Made in“ Slogan?!

Warum die EU Qualitätssiegel bewusst zunichte macht?

Wer bisher auf das freiwillige „Made in Austria“ Label gesetzt hat, um sich über Qualität aus Österreich zu definieren hatte Recht. Was auch für Produkte gilt wie Mode „Made in Italy“, Ingenieurskunst „Made in Germany“ oder Schuhe „Made in Spain“ gilt. Gut für den Kunden da sich diese bewusst für diese Differenzierung Ihrer Waren entschieden haben. Nun wird von der EU bald alles über einen Kamm geschert. Denn vor Kurzem beschloss das Europäische Parlament diese Kennzeichnung (oder ersetzt durch „Made in EU“) bindend für Non-Food Produkte in Europa einzuführen. Somit wird die bisher von vielen aktiv genutzte genutzte Qualität-Kennzeichnung zum Einheitsbrei.

Was macht „Made in EU“ jetzt besser?

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„Made in DDR“ stand einst bei Objektiven für Qualität.
Bild: motograf / pixelio.de

Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint um Kunden eine einfachere Identifizierung des Herstellungslandes zu garantieren,  ist für jene die dieses Label bisher nutzten, eine Verschlechterung und führt dazu das sich Kunden erst recht nicht mehr auskennen. Hoch ausgelobte Strafen für Unternehmen die potentiell gefährliche Produkte anbieten, gibt es jetzt schon – der bestehenden CE Kennzeichnung sei dank. Stärkere Produktsicherheit sowie Verbraucherschutz durch bessere Rück-Verfolgbarkeit von Produkten? Mehr Transparenz in der Lieferkette? – Dies müsste jedoch strikt geregelt und insbesondere kontrolliert werden.

“Dieser Gesetzesvorschlag ist ein großer Schritt in Richtung einer starken, koordinierten und risikogestützten europaweiten Überwachung. Bessere Überwachung bedeutet mehr Produktsicherheit für die Bürger in Europa”, sagte die Berichterstatterin für Marktüberwachung Sirpa Pietikäinen (EVP, FI).

Jetzt wird es aber erst richtig interessant, denn Lebensmittel und Arzneimittel sind davon ausgeschlossen. Heißt das nun  im Umkehrschluss, das  bisherige Kennzeichnungen wie das AMA Gütesiegel ausdient haben oder die EG-Konformitätskennzeichnung nicht mehr wichtig ist? Was amerikanischen Lebensmittel Importen Tür und Tor öffnen würde. Hier bestünde eigentlicher Handlungsbedarf wie die Organisation Foodwatch mit Ihrem Punkteplan fordert.

Es geht um Kontrolle und Überwachung

Welchen Vorteil bietet ein neues Produktkennzeichen? Soll es die „Marke“ EU mehr ins Bewusstsein des Bürgers schaffen? Vermutlich jedoch wie Frau Peitikäinen gesagt hat: Mehr Überwachung, mehr Reglementierung unter dem Banner der Produktsicherheit für Europäische Bürger. Statt wirklich effizienter Kontrollen bestehender Systeme, werden neue, zusätzliche Systeme entworfen oder bestehende zweckentfremdet um den Aufwand und die Bürokratie zu erhöhen und den Schein zu wahren. Oder dient es als Verwässerung der bestehenden Marken. Wird ein Produkt nicht mehr in Deutschland sondern in Rumänien produziert ist ein „Made in EU“ hilfreich, sagt es doch nichts mehr über die Qualität der Ware aus. Wollen wir das?

An der CE-Kennzeichnung ansetzen. 

Für Produkte gilt die CE-Kennzeichnung und die Ursprungserklärung, mit einem großen Haken, den allerdings wohl auch die „Made in EU“ Produkte haben werden:

Wenn an der Herstellung mehrere Länder beteiligt waren, ist die Ware Ursprung des Landes, in dem sie der “letzten wesentlichen und wirtschaftlich gerechtfertigten Be- oder Verarbeitung unterzogen worden ist”, und zur Herstellung eines “neuen Erzeugnisses” geführt hat oder eine bedeutende Herstellungsstufe” darstellt (so definiert im EU–Zollkodex).

Sogar das Logo des CE-Kennzeichen ist genormt.

Sogar das Logo des CE-Kennzeichen ist genormt.
Bild: wikimedia.de

Dieses CE-Kennzeichen kann jedes Unternehmen selbst erstellen, dazu muss das Produkt nachweislich unter Einhaltung entsprechender Normen produziert worden sein. Und es wird nicht geprüft, es sei denn das Unternehmen hat sich freiwillig einer ISO-Zertifizierung unterworfen, das die Qualität in der Herstellung garantiert. Und hier könnte man doch ansetzen? Warum die Anforderungen an die CE Produktkennzeichnung nicht erhöhen? Warum nicht die Rahmenbedingungen verschärfen und effiziente Kontrollen durchführen?

Nicht umsonst haben Länder wie Schweiz, Italien oder Deutschland bisher in Ihr Heimatland-Label investiert und damit Marken geschaffen, die für bestimmte Produkte oder Werte stehen. In den Köpfen der Konsumenten wird auch in Zukunft „Made in Austria“ oder anderer Länder für die Stärken und positiven Werte des Landes eines dort real produzierten Produktes gelten. „Made in EU“ jedoch wohl nur zur Beruhigung des Brüsseler Amtsschimmels dienen.

Was denkt Ihr? Bringt ein EU-Label in Zukunft mehr Sicherheit oder mindere Qualität?

Neugierig?

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