Marketing & Werbung, Unternehmen

Von Katastrophen lernen

Klingt komisch, war aber so.

Vor Kurzem arbeitete ich noch in einem Katastrophengebiet. Der Keller unseres Betriebs wo sich Entwicklung, Lager und Produktionsräume befanden stand komplett unter Wasser. Aber auch einige Kollegen und Mitarbeiter waren vom Hochwasser betroffen und benötigen Hilfeleistung. Für viele stand die Mithilfe an erster Stelle, Nachbarschaftshilfe, Unterstützung der Feuerwehr. Dank vieler Helfer und tollem Zusammenhalt ist heute ist zum Glück fast alles wieder vorbei, man räumt auf, baut neu oder saniert, versucht die Kosten zu tragen und allmählich schleicht sich der Alltag wieder ein. Und man ist um eine Erfahrung reicher.

Doch was unternehmen Unternehmer?

Mit dem Hochwasser trat auch ein „Worst-Case“ Szenario für wohl jeden Unternehmer ein: keine Kommunikationsmöglichkeit, fehlende Mitarbeiter, Chaos und Planlosigkeit, Maschinen und Geräte wurden vernichtet, der laufende Betrieb gefährdet, die Logistik eingeschränkt. Diese Herausforderungen stellen Chefs und Mitarbeiter vor zusätzliche Aufgaben die auch mental bewältigt werden müssen und besondere Führungsqualitäten verlangt. Hier profitieren jene die sich schon mal Gedanken über drohende Katastrophen gemacht haben. Dazu zählen jetzt nicht nur Naturkatastrophen, sondern auch andere, betriebsinterne Krisen wie unter anderem der Verlust von Kunden- oder wichtigen Produktionsdaten durch EDV Ausfällen, Know-How und Mitarbeiterverlust durch Abwerbung, Todesfällen oder einfach nur schlechtem Betriebsklima.

Mein Praxistipp:

In solchen Situationen profitiert jener Firmenchef der sich schon mal Gedanken über derartige Szenarien, drohende Katastrophen oder Krisenfälle gemacht hat und das ist gar nicht mal so schwer.

Zunächst trifft man Vorsorge und Vorbereitung. Einige Planspiele, Notizen und sich mal selbst fragen: „Was wäre wenn?“. Was würde man tun? Wer ist Ansprechpartner im Falle eines Falles? Welche Hürden stellen sich plötzlich in den Weg und wie kann man diese beseitigen? Das ganze zu Papier bringen und entsprechende Aufgaben im Unternehmen zuweisen. Aber bei dem ganzen Enthusiasmus, bitte nicht übertreiben. Man kann niemals alles im vorhinein absichern. Daher sind Ihre Mitarbeiter sehr wichtig. Diese einzubeziehen und auf deren Erfahrung zurückgreifen sind oft wichtiger und stellen die Basis eines Unternehmens dar. Das wird immer wieder verdrängt, besonders von größeren Unternehmen. Kommt es dann zur Krise steht die Bewältigung im Mittelpunkt. Und nicht  zu vergessen, wenn alles wieder vorbei ist, die  Nachbereitung um wiederum zur Vorsorge zurückzukehren. Dadurch wird daraus ein stetiger, sich selbst verbessernder Kreislauf aus dem das Unternehmen gefestigt und gestärkt hervorgeht.

Verschenktes Wasser

Motivation und Nachhaltigkeit kann ich Unternehmen und Firmenleitern  ebenfalls nur empfehlen. Nachhaltig zu agieren und dabei die Motivation hochzuhalten leben viele kleine und mittlere Betriebe und nutzen das zu Ihrem Vorteil. Ein aktuelles Beispiel: in Kössen hatte während des Hochwassers ein Lebensmittelgeschäft mit einem dicken M auf rotem Viereck als Logo, eine Lieferung Mineralwasser erhalten.  a) Schlechtes Logistiktiming  durch b) fehlende Kommunikation, bedingte c) mangelnde Lagerkapazität. Lösung des Tiroler Unternehmens: es verschenkte das Wasser sofort und verteilte es an die bedürftige Bevölkerung. Damit wurden gleich mehrere Probleme gelöst und eine positive Kommunikation gegenüber Kunden und Medien hergestellt. Selbst Wochen nach dem Ereignis sprechen die Menschen positiv darüber.

Die eigenen Katastrophen

Zum Abschluss möchte ich betonen das Krisen nicht das Ende bedeuten. Auch persönliche, verursacht durch Arbeitslosigkeit, Verschuldung oder bevorstehende Scheidung können Katastrophen sein die einen massiv treffen. Doch auch wenn diese Momente wie ein Untergang scheinen, das Leben geht weiter und wenn man es schafft sich zu motivieren, lässt sich alles regeln und stärkt am Ende die eigene Persönlichkeit.

Und welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Es gibt ja auch die eigenen „beruflichen Katastrophen“, welche habt Ihr hinter Euch?

Vielen Dank für das Beitragsbild von Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de

Neugierig?

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